
Wetterflüchtling Karsten: strahlend blauer Himmel und Temperaturen um die 25 Grad. Läuft!
SMS von Karsten: „Seid ihr in drei Wochen zu Hause, und habt ihr irgendwie ein bisschen Zeit für Unternehmungen? Würde vielleicht für ein paar Tage vorbeikommen.“ Das anhaltende Regenwetter in Deutschland gehe ihm mittlerweile gehörig auf den Sack.
Drei Wochen später holen wir unseren Freund am Flughafen von San Francisco ab. Da hat er bereits eine wahre Odyssee hinter sich und ist seit mehr als 20 Stunden unterwegs. Nach dem ersten Anchor Steam kehren die Lebensgeister allerdings schnell zurück.
Die folgenden Tage verbringen wir entspannt und bei Bilderbuchwetter in der Bay Area: Strandspaziergang in Half Moon Bay, Wanderung in den Santa Cruz Mountains, Power-Shopping in den Premium-Outlets von Livermore, Sightseeing in San Francisco und Berkeley.
Das Wochenende darauf geht es dann für ein paar Tage nach Monterey. Es ist das erste Mal, dass wir Cy in einem Motel mit dabei haben, und wir sind gespannt, ob das gut geht. Geht es. Der kleine Racker fügt sich vorbildlich in die Programmplanung ein und freundet sich auch gleich mit den Einwohnern des Küstenstädtchens an. So ist das wohl, wenn man seinen Hundeblick taktisch einsetzt und dazu auch noch aussieht wie ein wolliges Knuddeltier.
Während Cy Ehrenbürger von Monterey wird, machen sich Karsten und ich auf den Weg in den Pinnacles-Nationalpark. Der Park liegt rund eine Autostunde landeinwärts von Monterey entfernt. Erst 2013 erhielt Pinnacles von Präsident Obama den Status eines Nationalparks; seitdem ist Kalifornien der Staat mit den meisten (neun) Nationalparks in den USA. Doch das nur am Rande.
Wir sind sechseinhalb Stunden stramm zu Fuß unterwegs. Der teils zugewucherte High Wilderness Trail führt uns zunächst durch eine struppige Felslandschaft entlang eines altes Flussbetts. Dann geht es plötzlich steil bergan, und wir genießen eine großartige Panoramasicht auf den Park und die Pinnacles-Felsformation in der Ferne.
Ein weiterer Höhepunkt ist der Abstieg durch eine enge Höhle. Ohne Taschenlampe geht hier gar nichts; es ist stockdunkel, und wir müssen aufpassen, dass wir uns nicht den Kopf stoßen oder auf den glatten Felsen abrutschen. Nein, das hier ist gewiss nichts für Klaustrophobiker. Und auch die Arachnophobiker unter uns (alias Karsten und Andreas) kommen kurz vor dem Ziel noch einmal voll auf ihre Kosten – eine fette, haarige Tarantel kreuzt unseren Weg und lässt uns in die Schockstarre verfallen. Yikes! Über mangelnde Abwechslung können wir gewiss nicht klagen.
Zwei Tage später ist die gemeinsame Zeit leider schon wieder vorbei, und ich verabschiede unseren Freund am Flughafen. Ein letztes Anchor Steam, eine letzte Umarmung, dann tritt Karsten den Rückflug in den Regen an.
Das waren schöne Tage! Endlich wieder zurück in Kalifornien. Zwar viel Flug für acht Tage, aber schön, dass wir mal wieder Zeit füreinander hatten.