Kurzer Baustandsbericht

Zäh wie Himbergelee: Wir ziehen das mit dem Zaunstreichen auch bei glühender Hitze durch

Zäh wie Himbergelee: Wir ziehen das mit dem Zaunstreichen auch bei glühender Hitze durch

Mir ist aufgefallen, dass ich schon seit Längerem keine Bilder gezeigt habe, wie wir mit der Modernisierung unserer 50er-Jahre-Butze vorankommen. Den letzten Stand hatte ich vor fast einem Jahr dokumentiert (siehe Blogeintrag Es geht voran). Höchste Zeit für ein kurzes Update.

Wann immer wir die finanziellen Mittel haben, projizieren wir unser German-Signal in den Himmel. (Zur Erinnerung: German ist unsere mexikanisches Handwerkstalent.) Nachdem wir das Gästebad rundum erneuert haben, steht endlich die Renovierung des sogenannten master bathroom, des direkt vom Schlafzimmer abgehenden Bads, auf dem Programm. Master bathroom – hört sich großartig an, ist aber in Wahrheit nur ein winziger, gedrängter Raum, in dem man sich kaum umdrehen kann, ohne sich zu stoßen. Da ist es nicht gerade förderlich, dass dann auch noch die Tür nach innen aufschwingt und die Holzbretter unter dem Vinylboden verrottet sind. Hilft alles nichts, das Bad muss komplett neu gemacht werden.

Wir spielen mit German einige Ideen durch und entscheiden uns dann, eine Wand um einen knappen halben Meter zu versetzen und die bestehende Tür durch eine Schiebetür zu ersetzen. Dadurch dürften wir sowohl an Raumgröße als auch Raumgefühl gewinnen. Gesagt, getan. German setzt die Säbelsäge an und beginnt mit der Generalsanierung. Keine zwei Wochen später stehe ich in unserer neuen Dusche und genieße den Massagestrahl auf meinen Schultern. Der Dreck der letzten Tage ist schlagartig vergessen. Endlich haben wir ein Bad, das wir auch nutzen möchten.

Einige Monate später folgt dann das nächste größere Projekt – unser Garten. Wobei, von “Garten” kann keine Rede sein. Die Fläche hinterm Haus ist in zwei äußerst ungleiche Teile aufgeteilt: Auf der einen Seite haben wir eine rissige Betonwüste, die andere Seite gleicht einer staubigen Sandwüste.

Da wir uns eine komplette Neugestaltung nicht leisten können, beschließen wir, erst einmal die Sandwüste in eine optisch gefälligere Form zu bringen. Rasen und üppige Pflanzen mit hohem Wasserbedarf kommen leider nicht in Frage, da wir uns auch in Nordkalifornien nach wie vor am Rand einer Dürre befinden. Stattdessen planen wir einen streng geometrischen Grundriss und die Gestaltung mit Kies, dürreresistenten Gräsern, Büschen, Sukkulenten und Agaven.

Wieder ist German die ausführende Kraft. Bei schweißtreibenden 34 Grad macht er sich an die Umsetzung unseres Plans. Sobald die Beete abgezirkelt, ausgehoben und mit Erde aufgefüllt sind, die Pflanzen eingegraben und die Bewässerungsschläuche positioniert sind, legen Chris und ich los: Wir nutzen ein verlängertes Wochenende dazu, den schiefen und verwitterten Zaun, der unseren Garten umschließt, zu kärchern und schiefergrau zu streichen. Was für eine Schinderei! Doch die Mühe zahlt sich aus, und ich erfreue mich jetzt jeden Morgen, wenn ich den Vorhang im Schlafzimmer zur Seite ziehe, an unserer kleinen Zen-Oase.

Und dann sind da noch all die Projekte, die man nicht sieht. So finden wir beispielsweise heraus, dass die komplette Elektrik seit den 1950er-Jahren nicht angefasst wurde und sämtliche Steckdosen keine Erdung haben. Ähem… Da verwundert es fast, dass das Haus bislang nicht abgebrannt ist. Zum Glück kann unser Tausendsassa auch Strippen ziehen. Innerhalb eines Tages verlegt German Erdungskabel, sichert die Dosen und lässt uns so nachts wieder ruhig schlafen.

Auch mussten wir Anfang des Jahres feststellen, dass unser Fundament leicht abschüssig ist und sich im sogenannten crawl space, dem Kriechzwischenraum, Wasser sammelt, wenn es aus vollen Eimern schüttet. So geschehen im Januar und Februar, als es tagelang geschifft hat. Zwar hatten wir vorsorglich die Wände mit Sandsäcken abgedichtet, doch auch das hat nicht verhindert, dass der crawl space voll Wasser lief. Als Übergangslösung stemmt German einen Schacht in den Beton und installiert eine Wasserpumpe, die automatisch anspringt, sobald sich hier Wasser sammelt. Klingt nach keiner großen Sache. Wenn man allerdings weiß, dass der Kriechzwischenraum eine Höhe von gerade einmal 70 Zentimetern aufweist, ändert sich die Perspektive, und es wird deutlich, unter welch erschwerten Bedingungen er arbeitet.

Dass sich die Arbeit und Investition lohnen, zeigt ein Blick in die Portfolios der verschiedenen Makler, die uns Woche für Woche auf ihren Handzetteln darauf hinweisen, dass es eine verdammt gute Zeit sei, jetzt zu verkaufen. Klar, die schielen natürlich auf ihre Provision. Aber auch neutrale Immobilienseiten bestätigen, dass der Aufwärtstrend in der San Francisco Bay Area weiterhin anhält. Ihnen zufolge ist der Marktwert unseres Häuschens mittlerweile auf über eine Millionen Dollar gestiegen. Da können wir nur hoffen, dass das erratische Verhalten von Herrn Trump oder ein Erdbeben dem Ganzen nicht ein abruptes Ende bereitet. Knock on wood! – Dreimal auf Holz!

Fotowand

  One thought on “Kurzer Baustandsbericht

  1. Andreas's avatar
    Andreas
    20. August 2017 at 10:45

    Huhu Nicole, wann sehen wir dich denn mal hier? Du weißt ja jetzt, auf was du dich einlässt 🙂

  2. Nicole Cevey's avatar
    Nicole Cevey
    20. August 2017 at 01:49

    Sieht super aus, Ihr Lieben!! Sonnige Grüße vom Wannsee! 🙂

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