Bevor es zurückgeht nach Hause, verbringen wir noch ein paar Tage bei unseren Freunden Danni und Murray in Südengland. Wir kennen die beiden aus Kalifornien, doch vor rund zwei Jahren hat Murrays Job sie nach Torbay, an die Englische Riviera verschlagen. Es ist das erste Mal, dass wir sie in ihrer neuen Heimat besuchen.
18:03 Uhr ab Paddington
Von Hamburg geht es nach Heathrow, dann mit dem Heathrow Express nach Paddington Station – genau, zu dem Bahnhof, der dank Miss Marple jedem Krimifreund ein Begriff ist. Unsere Verbindungszug ist super eng getacktet. Wir hetzen mit unseren vier Koffern durch die Bahnhofshalle, um unsere Tickets für die Weiterfahrt nach Newton Abbot zu lösen. Während ich hektisch die Karten aus dem Automaten ziehe, scannt Chris die zahlreichen Monitore mit den Ankunfts- und Abfahrtszeiten, um das richtige Gleis ausfindig zu machen. Einen Fehler können wir uns nicht erlauben, dann verpassen wir den Zug. Gefunden! Wir sprinten den Bahnsteig entlang und zwängen uns in eine noch offene Tür. Na klasse, Feierabendzeit. Der Zug ist brechend voll mit Berufspendlern, und wir kriegen kaum alle Koffer unter. Keine Minute später schließt die Tür. Eingeengt wie die Ölsardinen ruckeln wir los.
Doch bereits beim ersten Halt leert sich der Zug fast komplett. Wir verstauen unser Gepäck, suchen uns die schönsten Sitze aus und atmen erst einmal tief durch. Zwei Stunden später nehmen uns eine winkende Danni und ein strahlender Murray am Bahnhof von Newton Abbot in Empfang. Noch 20 Minuten Autofahrt, dann erreichen wir ihr neues Zuhause. “Kommt erst mal an,” sagt Murray und schickt sich sogleich an, ein paar amtliche Cocktails zu mixen.
Warmes Bier und wilde Pferde
Nach unserer geschäftigen Deutschlandreise genießen wir ab jetzt ein paar entspannte Tage in der Landschaftskulisse von Agatha Christie und Rosamunde Pilcher. Unsere Gastgeber verwöhnen uns nach Strich und Faden: Gerade aufgestanden, schwupps!, schon steht der Becher Kaffee auf dem Tisch. Frisch nach Hause gekommen und noch nicht mal die Schuhe aus, zack!, Bierchen in der Hand. Lovely!, wie man in England so zu sagen pflegt.
Wir unternehmen ausgedehnte Wanderungen entlang der wildromantischen Küste Südenglands und zu den Wildpferden im hügeligen und schneidend kalten Dartmoor. Wir geben uns als Engländer, zelebrieren Cream Tea, trinken Real Ale (kann man toll finden, muss man aber nicht) und essen Fish and Chips. Wir erforschen die Pub-Kultur und bummeln durch die Universitätsstadt Exeter mit ihrer grandiosen Kathedrale.
Schneller als gefühlt sind die dreieinhalb Tage dann auch schon wieder vorbei, und wir sitzen im Zug zurück nach Paddington Station. Vom Bahnsteig rollern wir unsere Trolleys direkt in die Lobby des viktorianischen Hilton London Paddington und checken ein. Wie bequem ist das denn bitteschön?
Den letzten Abend verbringen meine Süße und ich in London. Wieder einmal stellen wir fest, dass die Metropole eine der coolsten und interessantesten Städte der Welt ist, und wir verfluchen die Brexiteers. Dann spazieren wir durch die Kensington Gardens und schieben noch schnell einen Besuch in den beiden Serpentine Galleries ein, bevor wir unseren Urlaub bei einem guten Italiener ausklingen lassen. Ein letztes Pint, dann ab ins Bett. Wir haben einen frühen Flug zu erwischen.

Huhu Will, dann fahrt doch noch mal hin. Ist sehr schön dort.
Ahhhh, das ist meine Gegend! Die Familie meiner Grossmutter väterlicherseits stammen aus Colyton.
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Mein ich-weiss-nicht-wie-viel-Urgrossvater war der Gemeindepfarrer da im spät 16. Jahrhundert. Ca. 1983 haben wir die Gegend mit meiner Grossmutter besucht, weil sie da Familienforschung unternehmen wollte. Leider waren viele Dokumente im 2. Weltkrieg zerstört. Als “Sicherheitsmassnahme” gegen einen möglichen Luftangriff haben sie eine Menge Gemeinde- u. Stadtsunterlagen nach Exeter geschickt, wo sie im Luftangriff auf Exeter zerstört waren.