Providence

Zimmer mit Aussicht: freier Blick auf das State House von Rhode Island

Zimmer mit Aussicht: freier Blick auf das State House von Rhode Island

Nachdem wir im Juli mit Hawaii den südwestlichsten Bundesstaat der USA besucht haben (siehe Blogeintrag Hibiskushochzeit), bietet sich uns im September die Gelegenheit, auch den nordöstlichsten Bundesstaat zu erkunden: Maine.

Ich nehme an einer Fachkonferenz in Providence teil, der Hauptstadt von Rhode Island, an der Ostküste des Landes. Flug, Unterkunft – alles bezahlt. Da bietet es sich natürlich an, meine Süße mit einzupacken und ein paar Tage Urlaub dranzuhängen. Mit etwas Glück erleben wir sogar den Beginn des farbenfrohen Indian Summer. Gesagt, getan. Kurzfristig erklärt sich eine Freundin bereit, als Katzensitterin bei uns einzuhüten. Randy und Maurice sind in unserer Abwesenheit also bestens versorgt, und wir steigen ruhigen Gewissens in den Flieger.

Unser erster Eindruck von Providence ist positiv. Die historische, am Providence River gelegene 180.000-Einwohner-Stadt wirkt überschaubar und entspannt. Überall finden sich nette Cafés, Bars und Restaurants. Mit der elitären Brown University, dem Rhode Island School of Design (RISD), der wohl renommiertesten Designschule der USA, sowie vier weiteren Campussen zeigt sich Providence zudem als akademisches Schwergewicht.

Vorbild Petersdom: Rhode Islands State House Doch offenbar hat die Stadt auch ihre dunkle Seite, wie wir von mehreren Taxifahrern erfahren, die freimütig und unverblümt über die Verstrickung von Politik und Mafia schimpfen. So wurde etwa Providences Bürgermeister Vincent Cianci wegen Körperverletzung zu einer mehrjährigen Bewährungsstrafe verurteilt, später für eine zweite Amtsperiode wiedergewählt, um schließlich wegen Gründung einer kriminellen Organisation doch im Gefängnis zu landen. Und dass die Sopranos aus der gleichnamigen Fernsehserie in Federal Hill, dem italienischen Viertel von Providence, Männer für die speziellen Jobs angeheuert haben, ist in dem Zusammenhang vielleicht doch nicht nur der Fantasie der Drehbuchautoren entsprungen.

Wir besuchen das Kapitol, stöbern durch die Bücherläden der Stadt, erkunden das RISD Museum of Art mit seiner eindrucksvollen Kunst- und Designsammlung und ausgewählten Abschlussarbeiten von RISD-Absolventen, schlendern über den Campus der Brown University, und kehren schließlich in einem gehobenen toskanischen Restaurant in Federal Hill ein. Ob im Hinterzimmer krumme Geschäfte laufen? Keine Ahnung. Das Essen schmeckt jedenfalls vorzüglich.

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