Grand Canyon State

Gestern norddeutsche Tiefebene, heute arizonisches Hochplateau: Familie Ehlers

Gestern norddeutsche Tiefebene, heute arizonisches Hochplateau: Familie Ehlers

Sie sind wieder da. Nach zwei Jahren ist das Fernweh dann doch so stark, dass Hilde und Herbert kurzfristig in den Jet steigen und uns erneut besuchen. Da möchte ich als guter Schwiegersohn natürlich das eine oder andere Ass aus dem Ärmel zaubern, um einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen.

Bei ihrem letzten Besuch haben wir die Höhepunkte Nordkaliforniens erkundet (siehe California, Here I Come und Here in California). Wir könnten diesmal also auf dem Highway 1 runter nach Los Angeles, dann durch den Joshua-Tree-Nationalpark nach Las Vegas, dann Zion-Nationalpark, Bryce Canyon, Gand Canyon und durch das Death Valley und den Yosemite-Nationalpark zurück nach… Ich kann mich gerade noch zur Seite wegducken, da segeln auch schon Christinas Schlappen an meinem Kopf vorbei. Schnell erkläre ich mich einverstanden, das Programm ein wenig zu verschlanken.

Als Warm-up wandeln wir die ersten Tage auf bekannten Pfaden: Wir besuchen das großartige Monterey Bay Aquarium, fahren auf dem malerischen 17-Mile Drive die Küste entlang und bestellen literweise Starbucks-Kaffee. Schon bald sind Hilde und Herbert fit für unsere Vier-Staaten-Tour.

Mit dem Flieger geht es von San Francisco (Kalifornien) nach Las Vegas (Nevada) und dann im Mietwagen auch gleich weiter nach Page, einer Kleinstadt im Norden Arizonas. Die Strecke dorthin führt uns immer wieder auch durch Utah, so dass wir am Ende des Tages hinter vier Staaten einen Haken setzen können.

Von Page aus sind es nur wenige Meilen bis zum Lake Powell, dem Horseshoe Bend des Colorado River und dem Antelope Canyon mit seinen einzigartigen Gesteinsformen und -farben.

Wasser, Sand und Druck schufen den Antelope CanyonDer Antelope Canyon liegt im Reservat der Navajo-Indianer und kann nur im Rahmen einer geführten Tour besichtigt werden. Leider hat sich die Naturschönheit in den letzten zehn Jahren vom Geheimtipp für Fotografen zu einer wahren Touristenattraktion gewandelt, und so kommen wir uns schon ein wenig vor wie eine Viehherde, die durch den engen unterirdischen Canyon getrieben wird. Nichts für Klaustrophobiker. Doch die Tour ist jeden Moment wert, und ich fotografiere was die Speicherkarte hergibt.

Am nächsten Tag geht es weiter zum Grand-Canyon-Nationalpark. Waren wir gerade noch im Antelope Canyon von den Felswänden eng umschlossen, so stehen wir jetzt am Rand der größten Schlucht der Welt und blicken 1600 Meter tief hinunter in die Talsohle. Mir kommt nur ein Wort in den Sinn: überwältigend. Das schiere Ausmaß des sechs Millionen Jahre alten Naturwunders und die intensiven Farben der unterschiedlichen Gesteinsschichten, lassen einen sprachlos staunen.

Ganz schön windig: Chris erkundet den Grand CanyonWährend Hilde und Herbert am südlichen Rand entlangspazieren, begeben Chris und ich uns auf geologische Zeitreise. Wir beginnen den steilen Abstieg zum Boden des Canyons. Zum Glück ist es nicht allzu heiß, und wir kommen zügig voran. Um allerdings bis zum Colorado River abzusteigen braucht man eine hervorragende Kondition und sechs bis sieben Stunden Zeit. Wir haben weder das eine noch das andere und kehren daher nach 90 Minuten um. Immerhin haben wir eine Vorstellung von der Entstehungsgeschichte der Erde erhalten.

Wir lassen den Tag in der rustikalen El Tovar Lodge ausklingen, die mit ihrem dunklen Holz, den Einsprengseln indianischer Kulturen und den Jagdtrophäen an den Wänden an das Great Northern Hotel aus der TV-Serie Twin Peaks erinnert. Während wir auf das Erlebte anstoßen, taucht die aufziehende Dämmerung den Grand Canyon in ein mystisches Blau.

Fotowand

  One thought on “Grand Canyon State

  1. Lutz Bierend's avatar
    15. June 2015 at 02:12

    Vermutlich sind Roadtrips doch eher ein Männerding. Klingt fast nach unserer ursprünglich geplanten Tour. Warum müssen die Frauen so etwas immer nur entschlacken ;-)?

  2. Bob's avatar
    Bob
    15. June 2015 at 02:01

    Sehr schöner Bericht, da bekomme ich schon wieder Fernweh. Insbesondere da wir den Antelope Canyon nicht besucht haben, die Fotos sehen fantastisch aus!

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