Wenn das Auto vor der Tür ein Anzeichen dafür ist, wie sehr man sich an die Kultur eines Landes angepasst hat, sind wir nach sechs Jahren wohl endgültig in Kalifornien angekommen.
Leider ist Chris spritziger MX-5 mit Getriebeschaden liegen geblieben, und wir stehen vor der Entscheidung, 3.000 Dollar in einen Wagen zu investieren, der gerade einmal diesen Betrag wert ist. Sinnvoll ist das nicht. Chris verdrückt eine Träne, nimmt Abschied von ihrem treuen Gefährt und versetzt ihm den Gnadenschuss. (Im übertragenem Sinn natürlich. Wir sind hier zwar in Amerika, doch Waffen kommen uns nach wie vor nicht ins Haus.)
Nach einigen Testfahrten, entscheiden wir uns für den großen Bruder des MX-5, den Mazda CX-5. Der Hersteller vermarktet den Wagen zwar als “Crossover-Modell”, doch machen wir uns nichts vor: Wir kaufen einen SUV, eine Geländelimousine, wie sie gern von Vorstadtmuttis gefahren wird, die ihre Kids von einer Aktivität zur nächsten chauffieren. Und irgendwie trifft das ja auch auf Chris zu, die ab sofort ihre Bilder bequem vom Atelier zu ihrer Galerien kutschieren kann.
Oft haben wir uns über SUV-Fahrer aufgeregt, die mit ihren überdimensionierten Karren auf den Highways ignorant und ohne zu blinken die Spur wechseln oder auch gern mal zwei Parkplätze blockieren. Und jetzt das: selbst stolze Besitzer einer überdimensionierten Karre. Es ist wie bei den Borg in Star Trek: Widerstand ist zwecklos. Und ja, ich gebe zu, es macht riesig Spaß, sich ohne zu blinken durch den Highway-Verkehr zu schlängeln. Und wenn ich im Stanford Shopping Center zufällig zwei freie Parkplätze nebeneinander entdecken sollte, stelle ich mich selbstverständlich dreist in die Mitte. Wie man das halt so macht hier in Kalifornien.