Dream of the 90’s

Portlands Uferpromenade: entspannter Spaziergang entlang des Willamette River

Portlands Uferpromenade: entspannter Spaziergang entlang des Willamette River

Keine Frage, Chris und ich sind voreingenommen. Nachhaltig hat die Comedy-Serie Portlandia (Video) das alternative Image von Portland, Oregon, und seiner Bewohner geprägt: Der Lifestyle ist politisch überkorrekt, alles ist lokal, öko und betont anders. Wir erwarten esoterische Neo-Hippies, die uns ihre Muschelkunst verkaufen wollen, Coffeeshops voller tätowierter Hipster mit Kinnbärten und Hornbrillen, fanatische Fixie-Fahrer, lesbisch-feministische Spezialbuchhandlungen und Galerien mit Vogelbildern.

Wir finden sie! Und müssen laut loslachen, als wir sehen, dass selbst das Rathaus der Stadt einen Coffeeshop unterhält und vor dem Eingang einen ökologischen Gemüsegarten kultiviert.

Doch genau diese Schrulligkeit macht Portland auch sympathisch. Anders etwa als San Francisco, nehmen sich die Stadt und ihre Bewohner nicht so wichtig. Das Leben scheint entspannter, normaler.

Postmodernes Portland: Michale Graves umstrittenes Portland Building (1982)Der Stadtkern lässt sich bequem zu Fuß oder mit dem Rad erkunden, und der öffentliche Nahverkehr funktioniert wunderbar bis spät in die Nacht. Auch die Orientierung fällt leicht: In Nord-Süd-Richtung teilt der Willamette River die Stadt, in Ost-West-Richtung ist es die Burnside Street. Die Quadranten heißen dementsprechend Nordwest, Nordost, Südost und Südwest. Und das ist es auch schon.

Nette Boutiquen und Fachgeschäfte – Powell’s City of Books beispielsweise mit mehr als 1 Millionen Bücher hält uns stundenlang gefangen –, ein umfangreiches kulturelles Angebot sowie erstklassige Restaurants runden unseren durch und durch positiven Eindruck ab. Wir sind uns einig, dass es sich hier sicher gut leben lässt. Vorausgesetzt natürlich, wir finden einen Job.

Mit dieser Ansicht stehen wir nicht allein: Als einzige US-amerikanische Stadt hat es Portland wieder unter die 25 Städte weltweit mit der höchsten Lebensqualität geschafft (Monocle-Magazin). San Francisco hingegen spielt nicht länger in derselben Liga: Die explodierenden Mieten und Lebenskosten haben die City by the Bay dieses Jahr aus den Top-25 katapultiert.

Wir genießen den Aufenthalt bei unsere Freundin Jadine, die uns nicht nur Unterkunft und Verpflegung bietet, sondern sich auch die Zeit nimmt, uns als Fremdenführerin durch die Quadranten Portlands zu chauffieren. Leider vergeht die Zeit wie im Flug, und wir müssen uns auch schon wieder auf den Weg machen Richtung Kalifornien.

Fotowand

TV-Tipp für die Sofareise

  • Portlandia
    Skurrile Comedy-Serie, in der Fred Armisen und Carrie Brownstein den Lifestyle Portlands gehörig auf die Schippe nehmen. Lustig und (meist) geistreich, allerdings auch recht speziell. Und ja, es hilft dem Verständnis, die Stadt einmal selbst besucht zu haben. Hier eine Kostprobe (derzeit nur auf Englisch)

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