Auf meinem Weg zum Büro komme ich an einer Wand vorbei, die seit einigen Tagen über und über mit Coca-Cola-Reklame tapeziert ist.
Eigentlich nichts Besonders. Doch wenn man genauer hinsieht, wird klar, dass der Konzern, anders als in seiner sonstigen generationenübergreifenden Werbung, mit dieser sehr lokalen Kampagne gezielt Start-up-Gründer in San Francisco ansprechen will (in New York sind es Nachwuchs-DJs und -Modedesigner). Ob das nun clever oder anbiedernd ist, mag jeder für sich entscheiden.
Dass Coca-Colas Willkommensgruß an die Unternehmer der Tech-Industrie nicht von allen positiv aufgenommen wird, ist kein Geheimnis (siehe Techies go home!), und schnell werden die Werbeflächen zum Schauplatz der gegensätzlichen Positionen. Go Home, haut ab!, hat jemand mit Filzstift auf die Plakate geschrieben.
Mich würde interessieren, ob dies eine kalkulierte Strategie des Konzerns ist, frei nach dem Motto: Jede Werbung ist gute Werbung. Oder ein Beispiel dafür, dass hier zu kurz gedacht wurde. Ich werde die Wand im Auge behalten.
Nachtrag
Eine Woche später sieht die Wand dann so aus: Statt Werbeplakate grüßt eine graue Farbfläche die Vorbeieilenden. Wer für die Übermalung der Plakate verantwortlich zeichnet, ist nicht klar. Ich vermute allerdings, dass es der Besitzer des Gebäudes ist, der nicht ungefragt – und vor allem unentgeltlich – Werbung an seinem Eigentum duldet.