Nachdem ich die ersten Wochen des Jahres krank im Bett verbracht habe, ist es höchste Zeit, ein kurzes Lebenszeichen aus Mountain View zu senden.
Da glauben wir seit einigen Jahren fest daran, in Kalifornien aufgrund des milden Wetters weniger krank zu werden als in Deutschland, und, zack!, schon erwischt es mich so richtig, und unsere Theorie ist mit einem Schlag hinfällig. Weihnachten fängt Chris an zu kränkeln, kriegt aber die Kurve. Kurz darauf kratzt es in meinem Hals.
Was anfängt wie eine heftige, hartnäckige Erkältung, weitet sich aus zu einer fiesen Stirnhöhlenentzündung mit Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen und allem, was sonst so dazugehört. Ich kann mich kaum erinnern, wann ich das letzte Mal mit Fieberthermometer im Mund und Eisbeutel auf dem Kopf im Bett gelegen habe. Jetzt ist es wieder soweit.
Das Blöde: In den USA werden Krankentage in der Regel vom Urlaub abgezogen; keine Arbeitsleistung, kein Geld. Und da ich im Vergleich zu Europa eh schon wenig Urlaub habe, ist Kranksein gleich doppelt ärgerlich, ein double whammy, wie es hier heißt.
Zum Glück gibt es bei StubHub die ungeschriebene Übereinkunft, dass man nicht wirklich krank ist, solange man morgens eine E-Mail ans Team schreiben kann, in der man bekundet, dass es einem zwar nicht gut gehe und man von zu Hause aus arbeite, man aber grundsätzlich per E-Mail, Skype oder Handy erreichbar sei. Das ist Code für: Mir geht’s dreckig, lasst mich bitte in Ruhe! Niemand wir einen kontaktieren.
Und so schleppe ich mich die erste Januarwoche jeden Morgen gegen 7 Uhr an den Rechner, tippe meine E-Mail und falle anschließend wieder schweißgebadet ins Bett. Genug Aktivität für den Tag. Chris versorgt mich mit Kamillentee und Bahlsen-Keksen, und ich fühle mich in meine Kindheit zurückversetzt. Fehlt nur noch das Yps-Heft.
Nach etwa zehn Tagen Rekonvaleszenz geht es endlich bergauf, und ich lasse mich wieder im Büro sehen. Die ersten E-Mails, die ich lese, sind von Kollegen, die bekunden, dass es ihnen nicht gut gehe und sie von zu Hause aus arbeiten würden…

Ich hatte 62 Krankheitstage zusaetzlich zu den 20 Tagen Urlaub in meiner alten Firma. Kein Wunder dass sie mich entlassen haben. Mein Nachfolger hat mit Sicherheit einen anderen Vertrag!
Ich habe hier 25 Arbeitstage. Gibt aber wohl viele Angestellte, die mit 20 Tagen auskommen müssen. Zudem ist die wöchentliche Arbeitszeit höher als in Deutschland. Bei mir sind’s 42 Wochenstunden. Verglichen mit Deutschland sind das gut 1,5 Tage mehr im Monat. Überstunden nicht mitgerechnet 😉
Hallo Claudia, ich habe 21 Urlaubstage. Und das ist dann auch schon das Maximum, das es hier zu holen gibt. Wenn ich bei einem anderen Unternehmen anfangen sollte, hätte ich anfangs nur 12-15 Tagen. Soweit ich weiß, gibt es selbst in China mehr Urlaub (zumindest im IT-Sektor).
Erst heute am 2.2. lese ich von dem “Unwohlsein”, und ich freue mich, dass es nun bergauf geht. Nun wiederhole ich meine herzlichen Wünsche auf gute Gesundheit für 2014 für Euch 3! Hoffentlich bewahrheitet es sich!!!
Erika
Gute Besserung! Wieviele Urlaubstage hast Du denn pro Jahr? In der Schweiz gibt es in der Regel auch weniger Urlaubstage als in Deutschland.
Gute Besserung! Gut dass es trotzdem mit unseren Treffen geklappt hat. Seit gestern Abend wieder in Berlin – und Schnee satt! 🙂 Gruß auch an Chris!