Tora! Tora! Tora! – die völlige Überraschung ist gelungen – funkt der erste japanische Kampfpilot in den Morgenstunden des 7. Dezember 1941 an seinen Flottenverband, der bei absoluter Funkstelle 6.000 Kilometer überbrückt hat und nun vor der Insel Oahu liegt. Was folgt, ist ein Bombardement in zwei Angriffswellen auf die in Pearl Harbor vor Anker liegende amerikanische Kriegsflotte.
Nach nur 90 Minuten haben rund 2.400 Amerikaner ihr Leben verloren, der Großteil der Schiffe sowie der auf Oahu stationierten Luftstreitkräfte ist zerstört. Einen Tag später treten die USA in den Zweiten Weltkrieg ein.
Besonders tragisch ist das Schicksal der Besatzung der USS Arizona. Durch einen gezielten Treffer der Japaner explodiert das Munitionsdepot im Bug des Schiffes. Innerhalb von Minuten sinkt der Koloss und reißt fast die ganze Mannschaft in den Tod. Matrosen, denen es gelingt, von Bord zu springen, verbrennen im auf dem Wasser lodernden Öl.
Heute ist der einstige Kriegsschauplatz eine Gedenkstätte. Die USS Arizona wurde nie geborgen; wie ein rostiges Skelett liegt das Schlachtschiff im Wasser. Darüber ruht das von Alfred Preis entworfene USS Arizona Memorial von 1962.
Von Weitem wirkt der unpathetische, strahlend weiße Bau wie ein eingedrückter Milchkarton. Doch als wir uns ihm per Fähre näheren, verschwindet der Eindruck, respektvoll und mit gedrückter Stimmung betreten wir den Schrein für die im Rumpf des Schiffes begrabenen Seeleute. An der Stirnseite erinnert eine Marmorwand mit den Namen der 1.177 Opfer an die Gefallenen.
Es gibt gute Gründe, kritisch über die militärischen Einmischungen Amerikas in der Welt zu denken. Doch erfasst man einmal die Tragödie, die sich vor gut 70 Jahren an diesem Ort ereignet hat, kann man gar nicht anders, als Mitgefühl und Trauer zu empfinden für die amerikanischen Soldaten und Zivilisten, die beim Angriff auf Pearl Harbor ums Leben gekommen sind.
Filmtipps für die Sofareise
- Tora! Tora! Tora! Beschreibung der Ereignisse vom 7. Dezember 1941. Spannendes, dabei ausgewogenes Kriegsdrama von Richard Fleischer
- Flags of Our Fathers / Letters from Iwo Jima
Herausragende Schilderung der Schlacht um Iwojima 1945, die die Wende im Pazifikkrieg einleitete. Der erste Film zeigt die Schlacht aus amerikanischer Perspektive, der zweite Film nähert sich den Ereignissen aus japanischer Sicht an. Großes, kontemplatives Kino von Altmeister Clint Eastwood
