Grönemeyer auf US-Tour. In der Heimat füllt er ganze Stadien. Doch hier kennt kaum einer den deutschen Superstar, und so kommen die Besucher in den Genuss intimer Klubkonzerte. In San Francisco tritt Herbie im traditionsreichen Bimbo’s 365 auf. Klar, dass das die deutsche Gemeinde auf den Plan ruft. Geschätzte 95% des Publikums sind deutsch, der Rest amerikanischer Anhang. Da ist es fast absurd, dass Grönemeyer den Abend weitestgehend auf Englisch bestreitet.
Wie ein Derwisch auf Speed wirbelt Herbie über die Bühne, zuckt, grimassiert, gestikuliert, fährt sich durchs dünne Haar, winkt wild in die Menge, ruft: “Und? gefällt’s?” Man sieht: Er hat seinen Spaß! Das Publikum ist da eher abwartend.
Erst als Grönemeyer in der zweiten Konzerthälfte schließlich doch Klassiker wie Was soll das, Flugzeuge im Bauch, Bochum und Alkohol (alle Videos) auspackt und teilweise auf deutsch singt, dreht auch das Publikum auf, und es wird klar: Grönemeyers Stärke ist und bleibt die deutsche Sprache.
Nach zwei Zugabensets und gut zwei Stunden ist Feierabend. Ein begeisterter Grönemeyer wischt sich den Schweiß von der Stirn und verabschiedet sich: “Thank you! Thank you, San Francisco! Danke! Thank you! Klasse Abend!”
