Here in California

Wie ticken die Amis? Hilde und Herbert erforschen die amerikanische Kultur

Wie ticken die Amis? Hilde und Herbert erforschen die amerikanische Kultur

The City

In der Bay Area wird San Francisco schlicht The City genannt. Für die Einwohner und so manchen Besucher ist die City die schönsten Stadt der Welt. Darüber lässt sich sicher streiten, doch dass San Francisco eine der multikulturellsten und facettenreichsten Städte der USA ist, wird kaum einer bestreiten, der schon einmal hier war:

Dragon Power: Wandgemälde in ChinatownChinatown sieht nach wie vor so aus, wie man sich Chinatown halt vorstellt (und nicht so gesichtslos wie in New York, Toronto oder London), der Mission-Distrikt trägt einen bunten lateinamerikanischen Anstrich, in SoMa buhlen Startup-Hipster in gentrifizierten Lagerhäusern um Gründungskapital, Castro strahlt in schillernden Regenbogenfarben und in Haight-Ashbury wabern die Haschischwolken und stöbern die Millenials durch Vintage-Secondhandläden. Unvoreingenommen und mit offenen Augen nehmen Hilde und Herbert die kulturelle Vielfalt auf.

Rund um die Bay

Zur Orientierung: Überblick über die Bay AreaOhne Frage ist San Francisco der Dreh- und Angelpunkt für Besucher der Bay Area. Doch um die ganze Schönheit und neben der kulturellen auch die landschaftliche Vielfalt des Landstrichs zu erleben, muss man sich ins Auto setzen, das Verdeck aufklappen, Beautiful Ride (Video) von Heather Nova aufdrehen und sich auf den Highway schwingen. Ach ja, und natürlich die Sonnenbrille nicht vergessen.

 

Marin County

Über die Golden Gate Bridge geht es Richtung Norden in die Marin Headlands. Von hier aus hat man eine der schönsten Aussichten auf die ikonische Brücke mit ihrem roten Anstrich – eine wahre Postkartenkulisse. Der hübsch zurecht gemachte Künstler- und Touristenort Sausalito mit seinem schnieken Yachthafen lädt ein zu einem Bummel durch die Galerien, die Schnickschnack- und T-Shirtläden.

Peninsula

Eine Stadt reiht sich an die nächste, 70 Kilometer von San Francisco bis San Jose. Ein einziger Siedlungsbrei, durchzogen vom mächtigem 8-spurigem Highway 101. Dies ist das berühmte Silicon Valley, das Who’s who der Hightech-Industrie. Eine Auswahl: San Bruno (YouTube), Redwood City (Oracle), Menlo Park (Facebook), Palo Alto (HP, Pinterest), Mountain View (Google, LinkedIn), Cupertino (Apple), Sunnyvale (Yahoo!), Santa Clara (Intel), San Jose (eBay, PayPal, Adobe).

Meditierender Seeelefant in Año NuevoQuer über die Santa Cruz Mountains geht es in den Naturpark Año Nuevo, das Mallorca der Seeelefanten. In der gewaltigen Dünenlandschaft üben die halbstarken Bullen Balzverhalten und Revierverteidigung. Anstatt einfach ein Handtuch auf die Liege zu legen, geht es hier allerdings handfest zur Sache: Es wird gerülpst, geschubst und gerempelt, was das Zeug hält. Und entdecken wir da nicht sogar ein paar Sangria-Eimer zwischen all den bulligen Leibern?

South Bay

San Jose gilt gemeinhin als die Hauptstadt des Silicon Valley. Doch man kann nicht gerade behaupten, dass die Stadt vor Charme übersprudelt, und trotz ihrer fast 1 Millionen Einwohner herrscht im Stadtzentrum weitgehend tote Hose.

Kein Wunder, wurde doch das eigentliche Downtown ausgelagert in die Santana Row, einer nach dem Vorbild Barcelonas entworfenen Einkaufsstraße mit Luxusläden, stylischen Restaurants und netten Cafés. Und ich muss zugeben, dass es den Stadtentwicklern und Architekten gelungen ist, eine quasi-europäische Atmosphäre zu schaffen. Gut zum Bummeln und Leute gucken.

Im Hinterland San Joses zeichnet sich die Bergkette des Diablo Range ab. Höchster Berg mit 1300 Metern ist der Mount Hamilton, Standort des Lick-Observatoriums (siehe Blogpost). Übersteht man erst einmal die 30 Kilometer lange Serpentinenstraße zum Gipfel, erhält man zur Belohnung eine traumhafte Sicht über die gesamte Bay Area; bei klarem Wetter sogar bis San Francisco (wir haben kein klares Wetter).

East Bay

Leider haben wir keine Zeit mehr, uns Berkeley oder Oakland anzusehen. Doch einen Eindruck der East Bay sollen die lieben Schwiegereltern zumindest erhalten: Wir unternehmen eine Wanderung durch den Coyote Hills Regional Park mit Aussichten auf die Peninsula und die Santa Cruz Mountains. Dies ist der letzte Urlaubstag der beiden, da ist es nur verständlich, dass sich der Himmel zuzieht und ein paar Tränen verdrückt.

Die drei Wochen vergehen wie im Flug. Fit wie ein Turnschuh und mit einer gesunden Urlaubsbräune steigen Hilde und Herbert in den Flieger zurück nach Deutschland. Während sie in der Business Class das erste Glas Champagner gereicht bekommen, stehen Chris und ich im Feierabendverkehr auf dem Weg nach Hause.

Hier die Handvoll Dinge, ohne die Hilde und Herbert in Zukunft nicht mehr auskommen werden:

Fotowand

Literaturtipps für die Sofareise

  • Yosemite and the High Sierra
    Spektakuläre, zeitlose Schwarzweißaufnahmen von Ansel Adams (1902-84), dem Begründer der Naturfotografie
  • Aufzeichnungen eines Dirt Old Man
    Kolumnen und Ansichten zu einer gleichgültigen und materialistischen Gesellschaft. Charles Bukowski in Reinform
  • Footsteps in the Fog: Alfred Hitchcock’s San Francisco
    Gut gemachter Fotoband, der Hitchcocks Wirken in der San Francisco Bay Area nachzeichnet. Leider nur auf Englisch
  • Big Sur
    In der Abgeschiedenheit Big Surs reflektiert Jack Kerouc über sein ausschweifendes Leben. Biographischer Roman
  • Stadtgeschichten
    Schwungvoll und mit klugem Sprachwitz skizziert Armistead Maupin das bunte, sexuell befreite San Francisco der 70er-Jahre.
  • Sexus
    Henry Millers Hymne an die körperliche Liebe und das befreite Leben stand in den USA lange Zeit auf dem Index.
  • Die Straße der Ölsardinen
    Launiges Porträt des Fischerstädtchens Monterey und seiner Bewohner. Kurzweiliger, schmaler Roman von John Steinbeck

  One thought on “Here in California

  1. Hildegard + Herbert's avatar
    Hildegard + Herbert
    19. June 2013 at 10:15

    Es waren drei tolle Wochen, die wir genossen haben. Ein vielseitiges und interessantes Programm habt Ihr uns geboten. Anhand des umfangreichen Berichtes und der Bilder können wir noch einmal alles erleben. Für Euer Engagement möchten wir uns nochmals bedanken, denn ohne Euch hätten wir bestimmt nicht soviel gesehen. Wir haben uns bei Euch sehr wohlgefühlt. Ihr seid sehr gute Fremdenführer.
    Alles Gute
    Hildegard und Herbert

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