Im Jahr des Drachen 2

Geschichtenerzählerin: Chris auf der Eröffnungsfeier ihrer Ausstellung

Geschichtenerzählerin: Chris auf der Eröffnungsfeier ihrer Ausstellung

Das Jahr das Drachen schlängelt sich langsam dem Ende zu. Vertraut man der chinesischen Deutung, bringt es positive Veränderung. Für mich hat dies zweifellos zugetroffen. Aber auch bei meiner Süßen hat sich dieses Jahr einiges getan.

Gomukhasana bei Google

So unterrichtet Chris mittlerweile dreimal in der Woche Yoga bei Google. Sie bringt den jungen Software-Talenten bei, dass man auch mal eine Stunde ohne Laptop und Android-Phone verbringen kann, ohne dass sogleich die Datenströme versiegen und die hochkomplexen Algorithmen anfangen, ein Eigenleben zu entwickeln. Sobald diese Symbiose kurzfristig unterbrochen ist, sorgt Chris dafür, dass der Monitor-fixierte Blick entspannt und die der Tastatur zugeneigten Schultern zurück in Form gedehnt werden. Die Geeks danken es ihr, die Klassen sind voll.

Doch das Guru-Dasein hat seinen Preis: Damit sie um 7:30 Uhr auf der Yogamatte steht, muss die gewohnheitsmäßige Langschläferin um 6 Uhr raus aus den Federn. Und bis sie ihren Kaffee in den Händen hält, vermeint man nicht Chris, sondern Ganesha durch die Wohnung rumpeln zu hören.

Geschichten für die City

Einen noch größeren Durchbruch hat Chris mit ihrer Kunst erzielt. Seit Ende Oktober wird sie in den USA von Hang Art vertreten, einer jungen, unprätentiösen Galerie im Zentrum San Franciscos, die sich auf Künstler aus der Bay Area spezialisiert hat.

Geschafft: Chris wird von einer Galerie vertretenMit ihrer Mappenpräsentation begeistert Chris die Inhaber von ihrer Kunst. Der Vertrag wird unterzeichnet und wenige Tage später steuert meine Liebste einen Truck Richtung Downtown San Francisco. Auf der Ladefläche hast sie sechs großformatige Arbeiten aus ihrer Serie Stories verschnürt.

Das junge, engagierte Galerieteam macht ganze Arbeit, um ihre Künstler zu vermarkten: Innerhalb der ersten Woche sind vier der Bilder an Unternehmen vermietet. Zwei Wochen später und das erste Bild ist verkauft. Awesome! Oder auf gut Deutsch: Da gibt’s nichts zu meckern.

Das Schöne: Neben aller Professionalität merkt man dem Team die Begeisterung an, mit der es Künstler und Klienten zusammenbringt. So etwa beim monatlichen First Thursday Art Walk (jeden ersten Donnerstag im Monat haben einige der Downtown-Galerien bis 20 Uhr geöffnet), den Hang Art einem ihrer Künstler oder einem Thema widmet.

Im Dezember findet die Gruppenausstellung Same, Same, but Different statt, an der auch Chris mit sieben Arbeiten teilnimmt. Hang Art lässt sich nicht lumpen und fährt neben einem Buffet auch eine voll ausgestattete Bar auf. Das zieht. Schnell wuseln weit über hundert Cocktail- und Kunstinteressierte durch den Galerieraum. Die nächsten drei Stunden sieht man Chris und ihre Künstlerkollegen viel Händeschütteln, Lächeln und Gestikulieren.

Am Ende des Abends zieren viele kleine rote Punkte die weißen Wände. Auch Chris hat ein Bild verkauft. (Alle neuen Arbeiten seht ihr auf www.chris-ehlers.com.)

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