Milwaukee, heißt es, sei die Stadt mit dem historisch größten deutschen Einfluss. Grund genug für Chris und mich, sich dort einmal umzusehen.
Nach einem fünfstündigen Flug mit Zwischenstopp in Denver, landen wir in Milwaukee im nördlichen Bundesstaat Wisconsin. Und werden auch gleich angenehm überrascht: Statt eisiger Temperaturen und schneegesäumter Straßen erwarten uns strahlender Sonnenschein und milde 20 Grad Celsius. Das ist ungewöhnlich für die Jahreszeit, ist der Norden der USA doch berüchtigt für seine langen und strengen Winter.
Schon auf dem Weg in die Innenstadt entdecken wir zahlreiche Fachwerkhäuser. Und in der Stadt selbst sind die Spuren der deutschen Einwanderer allgegenwärtig: Namen wir Usinger, Ratzsch, Specht oder Marder zieren Gaststuben, Brauereien und Fleischereien, es gibt eine Turnhalle, ein Germania Building und noch immer mehr Schmidts als Smiths im Telefonbuch.
Ein kurzer Blick in die Stadtgeschichte: Nach der gescheiterten Revolution von 1848 zog es zigtausende enttäuschter Deutsche in den mittleren Westen der USA, wo sie den Neuanfang wagten. Viele von ihnen ließen sich im frisch gegründeten Milwaukee nieder – Ende des 19. Jahrhunderts stellten sie rund 70% der Bevölkerung – und prägten maßgeblich die Entwicklung der Stadt. Es gab sechs deutschsprachige Tageszeitungen und mehrere Großbrauereien, und schon bald hatte die Stadt ihren Ruf weg als Beer Capitol of the World, Bierhauptstadt der Welt.
In den 1980er-Jahren ging es mit der Bierindustrie steil bergab, doch das Image ist geblieben. Immerhin gibt es noch einige Privatbrauereien, die einen hervorragenden Gerstensaft produzieren.
Zugegeben, Milwaukee ist alles andere als eine Weltstadt. Trotz ihrer 600.000 Einwohner strahlt sie eher das Flair einer Kleinstadt aus. Abschnitte des Milwaukee River erinnern uns an den Stintmarkt in Lüneburg oder das Spreeufer in Berlin. Der interessanteste Stadtteil ist der Historic Third Ward, ein ehemaliges Speicherviertel, das im Begriff ist, sich zu einem angesagten Flanier- und Ausgehviertel zu wandeln mit zahlreichen Boutiquen, Galerien, Bars und Restaurants.
Und dann ist da natürlich das Milwaukee Art Museum mit seiner beeindruckenden Sammlung. Neben zahlreichen Werken von der aus Wisconsin stammenden Georgia O’Keffee beheimatet das Museum die größte Sammlung deutscher Expressionisten in den USA. Darüber hinaus staunen Chris und ich über die große Auswahl und die Qualität an Arbeiten der Gegenwartskunst. Wer hätte das vermutet?
Der eigentliche Star aber ist der skulpturale, futuristische Erweiterungsbau des spanischen Stararchitekten Santiago Calatrava. Wohin man auch schaut, stets bietet sich eine spannende Perspektive; ein Fest für Hobbyknippser wie mich. Kein Wunder, dass Milwaukee das Museum als neues Wahrzeichen adoptiert hat.
Drei Tage reichen aus, um die Stadt mit ihren wichtigsten Sehenswürdigkeiten zu erkunden. Will man mehr, muss man nach Chicago, das eine Autostunde südlich liegt.

Hallo,
da bin ich mal wieder! Jetzt ist fast der Karfreitag vorbei. Morgen darf ich den ganzen Tag arbeiten. Thema Osterfeuer. Was solls. Ostermontag fliege ich dann nach Teneriffa mit Ariana. Dort sind wir in der Wohnung von Silkes Eltern. Die ist übrigens auch dort mit ihren Mädels. Wir freuen uns schon auf Sonne und Strand. Calatrava hat sich dort verewigt.
ich melde mich!
liebe Grüße,
Dörte