Advent, Advent…

Unsere Chronik der Adventszeit 2011 im Schnelldurchlauf:

Prolog: Thanksgiving und Black Friday

Wie bereits beschrieben, ist Thanksgiving der König unter den Feiertagen in den USA. Thanksgiving findet jeweils am vierten Donnerstag im November statt. Familien kommen zusammen und futtern, was das Zeug hält. Vollgestopft und leicht verkatert geht es dann am nächsten Morgen auf Schnäppchenjagd.

Für den Einzelhandel ist der sogenannte Black Friday, der Freitag nach Thanksgiving, der umsatzstärkste Tag des Jahres. Mit geradezu irrwitzigen Rabatten befeuern die Unternehmen den Konsumrausch. Da nimmt es dann auch nicht wunder, dass sich so mancher Käufer mit Hilfe von Pfefferspray einen Wettbewerbsvorteil sichert. Was tut man schließlich nicht alles für eine Xbox zum halben Preis. Competitive Shopping (konkurrenzbetontes Einkaufen) heißt es lapidar in den Medien…

Bei uns geht es friedlich zu. Lutz und Heinz-Dieter sind zu Gast, und Pfeffer wird lediglich benutzt, um die Butternusskürbissuppe geschmacklich abzurunden.

1. Advent: Durchatmen

Zusammen mit unseren Freunden fahren wir am nächsten Tag nach Monterey. Lutz und Heinz-Dieter haben sich hier eine Ferienwohnung gemietet, direkt am Meer. Wir genießen das verlängerte Wochenende in vollen Zügen, schlafen aus, frühstücken ausgiebig, spazieren am Strand, wandern im Andrew Molera State Park, und besuchen das Monterey Museum of Art. Und natürlich darf ein Dinner im Passionfish in Pacific Grove nicht fehlen. (Jeder, der uns besucht hat, kennt das Restaurant mit seiner ausgezeichneten Fischküche.) Von Vorweihnachtsstimmung keine Spur, doch genau das Richtige zum Runterkommen.

Zwischendurch

Ohne Worte...…entdecke ich an einer Tankstelle dieses Schild. Und zwar auf sämtlichen Zapfsäulen. Ich kann mir ein Lachen nicht verkneifen: Ist da tatsächlich jemand losgefahren, ohne den Füllrüssel wieder eingehängt zu haben? Scheint so. Ist jedenfalls eine wahnsinnig komische Vorstellung.

 

2. Advent: Aufrüsten

Wir merken, dass die Vorweihnachtszeit an uns vorüberzugehen droht. Also schnell bei Esther’s German Bakery einen selbstgebackenen Christstollen besorgen. Dann zu Ikea, Kerzen und (alkoholfreien) Glühwein kaufen. Auf dem Rückweg packen wir noch schnell einen Adventskranz ein. Jetzt duftet es bei uns immerhin schon mal weihnachtlich.

Nikolaus

Made in Germany by: Horst Schluckwerder OHG, D-21365 AdendorfMan soll sich wundern, doch ja, der Nikolaus schaut auch bei uns vorbei. Diesmal gibt’s keine Rute, sondern den Stiefel voller Schleckereien. Unter anderem ein Marzipanbrot. Und ratet mal, wo das herkommt? – In weiter Ferne, so nah! Okay, das ist von Wenders.

(Für alle Nicht-Lüneburger: Adendorf ist ein kleiner Ort gleich nebenan.)

 

3. Advent: Genießen

A weekend in the City: Chris und ich quartieren uns im schicken Hotel Diva im Zentrum San Franciscos ein. Auf dem Programm: Weihnachtsshopping und Kultur satt. Wir werfen uns in Schale für das Nussknacker-Ballett im Opernhaus (“San Francisco’s Most Beloved Holiday Tradition”), probieren begeistert Designerklamotten an, die wir uns nicht leisten können (und daher auch nicht kaufen), und lassen uns inspirieren von der großartigen Richard-Serra-Retrospektive im SFMOMA.

Weihnachtsfeier

Zurück in die 60er, Stola und Lampenschirmchen inklusiveNach Jahren des Sparens lädt eBay zu einer Weihnachtsfeier ein. Partnern dürfen mitgebracht werden. Thema des Abends: Mad Men. Wie in der gleichnamigen – äußerst sehenswerten Fernsehserie – bilden die stilvollen 60er-Jahre die Kulisse der Veranstaltung. Eine Beatles-Cover-Band rockt den Schuppen, an der Bar werden Classic Martinis und Wodka Gimlets gemixt, Hostessen mit Bauchladen bieten Kaugummizigaretten (Hah! Kalifornien!) und Snacks feil. Chris spielt kurz mit dem Gedanken, sich eine echte Zigarette anzuzünden (“Hey, sind dies die 60er, oder was?”), verwirft die Idee jedoch schnell; wir wollen den Rest der Nacht lieber doch nicht im Knast verbringen.

Intermezzo

Nachdem wir die ganze Nacht hindurch Weihnachtskarten geschrieben haben, fahre ich Samstagmittag zur Post, um Briefmarken zu kaufen. Ein kluger Mensch weiß natürlich: keine gute Idee. Und tatsächlich, die Kunden stehen bis auf die Straße. Ich reihe mich brav ein und verbringe die nächsten 40 Minuten damit, auf meinem iPhone dieselben Nachrichten in der Zeit, im Tagesspiegel und auf Spiegel online zu lesen. Endlich bin ich an der Reihe. Und muss erfahren, dass sämtliche Briefmarken ausverkauft sind. Wie bitte? Zu gern würde ich jetzt lauthals fluchen, doch ich bin sprachlos. Als gebrochener Mann verlasse ich das U.S. Post Office.

4. Advent: Gleichziehen

Fait accompli: Der Baum steht, Weihnachten kann kommenHeute oder nie – ein Weihnachtsbaum muss her. Anders nämlich als in Deutschland wird der Tannenbaum in den USA bereits Anfang des Monats, gleich nach Thanksgiving, gekauft und geschmückt. Die besten Bäume sind also schnell weg. Chris und ich fahren ein paar Händler ab und haben Glück: Wir finden eine gut gewachsene Edeltanne von ansehnlicher Größe. Der Preis dafür ist allerdings auch ansehnlich. Ab nach Hause mit dem guten Stück; Lichterketten, Kugeln, Baststerne – fertig! Die Kerzen brennen, es duftet nach Nadelbaum, und Wham! singt Last Christmas. Weihnachten kann kommen.

  One thought on “Advent, Advent…

  1. Guhlich's avatar
    Guhlich
    2. January 2012 at 10:28

    Hallo, irgendwann scheint es ja mit dem Briefmarkenkauf doch geklappt zu haben. Ich bedanke mich jedenfalls für die Weihnachts- und Neujahrsgrüße. Heute ist schon fast der 2.Tag im neuen Jahr vorbei – es sind milde Temperaturen mit R e g e n !
    Toi,toi toin fürn 2012!!!!!!!!!!!!!!!

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