Endlich Indien

Indien. Zweimal bereits hatten Chris und ich eine Reise durch Indien geplant; zweimal ist etwas dazwischengekommen. Und jetzt habe ich gerade einmal zwei Wochen Zeit, meinen Trip nach Chennai zu organisieren. eBay hat dort ein Büro, und ich wurde gebeten, das dortige Designteam besser in die Organisation zu integrieren.

Meine indischen Kollegen in San Jose schauen mich bemitleidenswert an, als ich ihnen davon erzähle. Das sei jetzt keine gute Reisezeit, die Temperaturen lägen über 40 Grad, und das sei selbst ihnen zu viel. Ich würde schmelzen. Na, das sind ja prächtige Aussichten. Note to self: Sonnencreme mit SSF 50 einpacken.

Als ich Chris von meinem bevorstehendem Trip berichte, beschließen wir kurzerhand unseren diesjährigen Urlaub in Indien zu verbringen. Der Plan: Chris kommt in zwei Wochen nach, und wir treffen uns in Delhi. Von dort aus bereisen wir zunächst den Norden des Landes und verbringen dann eine Woche entspannt am Strand von Kerala in Südindien.

Visum, Impfungen, Sonnencreme, und schon sitze ich im Flieger nach Chennai. Flugzeit: 20 Stunden mit Zwischenstopp in Frankfurt. Filmkonsum: Der Plan (gut), Unknown Identity (okay), Almanya (okay). Alkoholkonsum: zwei Gläser Champagner, drei Gläser Riesling. Schlafzeit: zusammengenommen etwa sechs Stunden.

Gegen Mitternacht komme ich in Chennai an. Schon auf der Fluggastbrücke schlägt einem die drückende Hitze entgegen; selbst in der Nacht liegen die Temperaturen bei 32 Grad. Es riecht nach Kerosin und Asien. (Jeder, der schon einmal in Asien war, weiß, was ich damit meine; es ist ein ganz eigener Geruch, der sich nur schwer in Worte fassen lässt.) Ich genieße den kurzen Moment des Angekommenseins, denn ich ahne bereits, was mich gleich erwarten wird.

Die Einreiseformalitäten sind erstaunlich schnell erledigt, der Koffer rollt unbeschädigt übers Laufband. Rasch vorbei am Zoll nach draußen. Und da stehen sie: Hunderte von Indern, die lautstark und gestenreich miteinander um lukrative Taxikunden wetteifern.
Zum Glück muss ich mich damit jetzt nicht auseinandersetzen; das Hotel hat einen Fahrer geschickt, um mich abzuholen. Welcome to India, Mr. Woelk!

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