Simone, Volker und Karsten sind die Ersten, die es wahrmachen, uns am anderen Ende der Welt zu besuchen. Ende April kommen sie nach 11 Stunden Flugzeit übermüdet in San Francisco an.
Fast schon schäme ich mich für das regnerische Wetter. Was sollen unsere Gäste bloß denken? Da fliegt man um den halben Erdball, um Hamburger Schmuddelwetter zu haben? Das gibt’s auch zu Hause. Zum Glück ist es der letzte graue Tag. Den Rest der Zeit präsentiert sich Kalifornien von seiner Sonnenseite. Ganz so, wie es sich geziehmt.
Sie fuhr’n Ford…
Während Chris und Simone samt Gepäck schon mal zu uns nach Hause fahren, hole ich mit den Jungs den Mietwagen ab. Ein Dodge Charger soll es sein: 6-Liter-Maschine, V8-Motor. Ein echtes Muscle Car. In Deutschland nennt man das wohl einen typischen Amischlitten. Vorbestellt war er, letztlich wird es dann doch ein Ford Taurus. Immerhin ein V6. Doch die Jungs sind zu müde, um zu protestieren. Und über die Zeit folgt einvernehmlich das Eingeständnis, dass die Kiste ganz ordentlich fährt… Dass das nur niemand in Deutschland erfährt, dass man Ford fährt.
Touris, Touris
Die Wochentage verbringen die Drei zunächst damit, in ihrem Ford San Francisco zu erkunden: Golden Gate Park, Haight Ashbury, Twin Peaks, Mission Dolores, Fisherman’s Wharf, Pier 39, Golden Gate Bride, Lombard Street, Union Square, Chinatown, Financial District, Alcatraz Island. Mit dem Fahrrad geht’s über die Golden-Gate-Brücke nach Sausalito, mit der Fähre zurück. Und natürlich zählt auch eine Fahrt mit dem Cable Car zum Pflichtprogramm.
Danach wird der Aktionsradius in alle Himmelsrichtungen ausgedehnt: Tagestouren nach Berkeley im Osten, Marin County und Stinson Beach im Norden, Santa Cruz im Süden der Stadt. Nur westlich wird es nass.
Weekenders
An den Wochenenden fahren wir zusammen los: kurzer Zwischenstopp bei eBay, dann zum Powershoppen in den Outlet-Ort Gilroy. Nicht lange, und wir haben den Kofferraum bis in die letzte Ecke mit Einkaufstüten ausgestopft. Mission erfüllt! Weiter auf dem Highway 1 den Pazifik entlang. Übernachten in Pacific Grove. Am nächsten Tag dann nach Monterey, Carmel, Point Lobos: Sonne, Natur und Strand satt.
Yosemite
Das Wochenende darauf verbringen wir im Yosemite-Nationalpark. Wir haben uns eine nette Holzhütte im Park gemietet. Nach rund 4 Stunden Fahrt kommen wir an. Wir unternehmen noch eine kurze Wanderung zu den urzeitlichen Sequoiadendron giganteum, den Redwoods oder auf gut deutsch Mammutbäumen. Auf dem Rückweg erspähen wir in der Dämmerung einen Schwarzbären, das Wappentier Kaliforniens. Zum Glück befinden wir uns in sicherer Entfernung. Denn so niedlich und friedlich die Tiere auch aussehen, sie sind nicht ganz ungefährlich.
Am nächsten Tag gehen wir getrennte Wege. Während Volker und Simone die Schönheiten des Parks in ihrem Ford erkunden, machen sich Karsten, Chris und ich auf den Weg zum Yosemite Fall, dem höchsten Wasserfall Nordamerikas.
Der Aufstieg ist beschwerlich, es geht stetig steil bergan. Schnaufend muss ich eingestehen, dass meine Kondition nicht mehr da ist, wo sie einmal war. Nach knapp 3 Stunden haben wir die 900 Höhenmeter zum Gipfel überwunden und sehen, wie das tosende Wasser über 700 Meter in die Tiefe stürzt. Die Jahreszeit ist perfekt, sämtliche Wasserfälle des Parks zeigen sich in voller Pracht. Wir genießen die Aussicht auf das Yosemite-Tal, legen eine Jause ein und ruhen uns ein wenig aus. Dann erfolgt der steile Abstieg. Erschöpft kommen wir in unserer Hütte an. Die Biere des Abends haben wir uns redlich verdient.
Tags darauf zeigt sich Yosemite von einer ganz anderen Seite: Die Temperaturen sind von 20 Grad auf 4 Grad Celsius gefallen und dichter Nebel liegt schwer und bedrohlich über dem Park. Die Sicht geht gegen null, an eine Wanderung ist nicht zu denken. Wir packen zusammen und reisen ab.
Und dann sind die 14 Tage auch schon fast wieder um. Noch einmal wird die Sonne genossen, letzte Besorgungen werden gemacht, die Koffer gepackt und gewogen. Und dann heißt es Abschied nehmen. War schön, euch zu Gast gehabt zu haben! Bis zum nächsten Mal.


Hallo Ihr beiden,
wir haben es heute endlich mal geschafft das Bild bei Andis Eltern abzugeben. Und es war noch heil!
Viele Grüße aus dem wieder mal verregneten Germany von Volker und Simone
Hallo Andi,
mir haben die 2 schönen Wochen auch schon wieder klasse gefallen. “It never rains in California” war ja auch fast wahr und das Fotowetter war einzigartig. Mit dem Ford fahren ist natürlich peinlich, aber es gibt ja auch Leute, die im Urlaub noch ganz andere Sachen machen.
Euer Karsten
….das mit dem Ford solltest du doch nicht verraten 🙂
Hallo Andi,
das hätte ich nicht besser beschreiben können! Es waren 2 super Wochen und wir haben tolle Erlebnisse gehabt!
Zur Zeit kämpfen wir noch ein wenig mit der Zeitumstellung aber die weite Reise hat sich gelohnt!!!
Also bleibt noch ein bißchen in den USA, denn es gibt noch viel zu sehen beim nächsten Mal.
Gruß Volker