Autsch!

Wie heißt es so schön: Die meisten Unfälle passieren zu Hause.

Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin untermauert die Redewendung mit Zahlen: Rund 60% aller Unfälle geschehen in Heim und Freizeit. Letztlich war es also nur eine Frage der Zeit, bis ich mich in die Unfallstatistik einreihe.

Nadel ohne Spitz ist nicht viel nütz’

Frisch zurück aus Salt Lake City bin ich dabei meine Tasche auszupacken. Barfuß. Auf einmal durchfährt mich ein spitzer Schmerz, begleitet von einem Knack – in meinem linken Fuß steckt eine Nähnadel. Na toll! (Wie die Nadel in den Teppich gekommen ist, müsst ihr Chris fragen.)

Ich ziehe die Nadel heraus und sehe, dass sie abgebrochen ist. Das lässt zwei Vermutungen zu: Erstens, die Nadel war bereits abgebrochen, bevor ich in sie hineingetreten bin. Aber wie wahrscheinlich ist das? Zweitens, die Spitze steckt noch in meinem Fuß. Sehen kann ich nichts. Und da es nicht sonderlich schmerzt, scheint mir diese Vermutung auch fragwürdig. Mal abwarten.

Nadel im Heuhaufen

Am nächsten Tag rufe ich vorsorglich im Krankenhaus an. Ob ich denn sofort vorbeikommen könnte? Kann ich nicht, denn ich habe eine Besprechung nach der anderen. Aber am Nachmittag des nächsten Tages könnte ich wohl kommen.

Also laufe ich noch eineinhalb Tage fröhlich durch die Gegend. Ja, da ist ein leichter Druck, aber kein stechender Schmerz.

Röntgenbild: ohne KommentarTags darauf finde ich mich in der Minor Injury Clinic in Mountain View ein. Äußerlich ist keine Wunde mehr zu erkennen. Und so schickt mich Dr. George Greenwald zum Röntgen. Irgendwie komme ich mir fast schon vor wie ein Hypochonder. Doch als sich George die Röntgenbilder ansieht, weiß ich schlagartig: uh-oh, schlechte Nachrichten.

Ein Drittel der Nadel steckt tief in meinem Fuß. Das sind 1,5 Zentimeter Metall. Um sie zu entfernen, muss man zunächst allerdings im wahrsten Sinne des Wortes die Nadel im Heuhaufen finden.

Nachdem George eine Zeit lang lang vergebens in meinem Fuß herumgeschnitten hat, überweist er mich zu seinen Kollegen in die Fußchirurgie nach Santa Clara. Das sind 15 Minuten Fahrt. George bandagiert die offene Wunde, schüttelt meine Hand und wünscht mir viel Erfolg: “You’re gonna be fine.” Und so fahre ich allein nach Santa Clara.

Beweisstück A

Hier geht der Spaß dann weiter. Zwei Spezialisten, Dr. Richter und Dr. Smith,  überlegen, wie sie den Fremdkörper am besten aus mir herausbekommen.

Am Ende werde ich unter einem Röntgenapparat operiert. Langsam schneidet sich Dr. Smith zu den Zielkoordinaten vor. Nach 25 Minuten gelingt es ihm, die Nadel zu entfernen. Die Wunde wird zugenäht, mein Fuß dick umwickelt, und ich fahre nach Hause. Die nächsten 3 Wochen bin ich lahmgelegt.

Und um diesen Artikel mit einer anderen Redensart abzuschließen: Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen – Freundin Susan nennt mich jetzt Gimpy.

also etwa 1.5 Zentimeter,

  One thought on “Autsch!

  1. dörte's avatar
    dörte
    16. May 2010 at 09:39

    Hi,
    du hast es irgendwie mit den Füßen?

    Jetzt hast du aber auch genug Unfälle gehabt?

    Dörte

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