Gut, wir leben auf einer Ranch auf dem Land. Das haben wir uns so ausgesucht. Und dass hier außer den zotteligen Eseln, den süßen Erdhörnchen und den buntgescheckten Koi-Karpfen noch andere Tiere herumwuseln, ist uns auch bewusst.
Beweise gibt es zu Hauf: Wenn etwa die Sonne durch die Oberlichter des Dachs strahlt, sieht man die feinen Spinnweben, die sich silbern zwischen den Deckenbalken abzeichnen. Und ab und zu verirrt sich ein Weberknecht in die Dusche oder ins Waschbecken der Küche. Schon klar, wir wohnen hier nicht allein. Alles halb so wild.
Doch jetzt habe ich entdeckt, dass sich in unserem Türrahmen eine Schwarze Witwe eingenistet hat. Und das beunruhigt mich schon ein wenig. Schließlich ranken sich zahlreiche Mythen um die achtbeinige Lady.
Also gleich mal ins Internet und nachgelesen, wie aggressiv und giftig die Schwarze Witwe wirklich ist, und ob wir uns in akuter Lebensgefahr befinden.
Enwarnung! Die Tiere sind scheu und nicht aggressiv. Bissunfälle sind selten und nur in Ausnahmefällen tödlich.
Nun gut. Wahrscheinlich war unsere Untermieterin schon die ganze Zeit über da. Wie heißt es so schön: Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß. Aber jetzt weiß ich es. Und, ja, es ist ein ungutes Gefühl, nur wenige Meter neben einer Giftspinne zu schlafen.
Zumal es dann doch nicht nur eine ist. Mit aufkommender Dämmerung krabbeln mehr und mehr Schwarze Witwen aus Nischen und Fugen und setzen sich in ihre Netze. Ich zähle fünf Spinnen im Schein meiner Taschenlampe und bekomme eine Gänsehaut.
Okay, es müssen klare Verhältnisse geschaffen werden: Hier wohnen wir und wer keine Miete zahlt fliegt raus. Ich benachrichtige unseren Vermieter. Der rückt sogleich mit einer Dose Ungezieferspray an und nach wenigen Minuten ist alles vorbei. Lactrodectus mactans exitus. Bis zum nächsten Mal.

Wir haben sie in Tennessee auch. Aber diese sind viel schlimmer (u. sie sind in jedem Haus hier) http://en.wikipedia.org/wiki/Brown_recluse_spider
Schwarze Witwen :-0
Das hättest Du jetzt vlt. doch nicht berichten sollen! Eigentlich wollten wir Euch ja auch mal besuchen, aber in so einer gefährlichen Wildnis? Das kann ich meinen Kindern wohl nicht zumuten 😉
Und ich mit meinen mittelschweren Arachnaphobie habe auch keine Lust “Schatz, bring doch mal die Spinne raus!” zu hören – thank god for chemical warfare!
Da fällt mir noch was ein: wir waren ja gerade eine Woche in Schweden! Freunde aus Oldendorf haben uns in ihr Fereinhaus eingeladen. Das war sehr cool, wunderschönes Land, sehr entspannend, wir haben gegolft (man sagt, ich hätte Talent), geangelt (man sagt, so eine eine riesige Forelle, wie ich gefangen hätte, wäre hier noch nie rausgezogen worden) und gefaulenzt. Ach ja, und ein totes Tier kann ich auch vermelden, zwar keinen Elch, aber immerhin natrix natrix exitus!
Gute Nacht!