Immer mal wieder gibt es eine CD, die mich aus den Socken haut. Dann liege ich auf dem Boden und kann es gar nicht glauben, dass man so gute Musik machen kann. Ich nenne solch ein Album schlicht Hammeralbum. Hammeralben eröffnen in der Regel mit einer Hymne, die ich am liebsten sofort auf Endlos-Repeat stellen möchte, um auch die letzte Nuance zu absorbieren. Und legen dann kräftig nach.
Get Ready von New Order ist so ein Hammeralbum. Ebenso Franz Ferdinand von, ja, Franz Ferdinand, Hot Fuzz von The Killers, A Weekend In The City von Bloc Party und Age Of The Understatement von The Last Shadow Puppets. Großartig! Heißer Scheiß! Und jetzt eben Only By The Night von den Kings of Leon.
Auf meinem Flug in die USA hatte ich mir das Album aus einem der 1000 Musikkanäle des Entertainmentsystems gefischt, um es beim Einschlafen zu hören. Das mache ich immer so: Erst ein, zwei Filme, dazu ein, zwei Glas Rotwein, und dann versuche ich, ein paar Stunden vor mich hin zu dösen. Am besten kann ich das in eine Decke gehüllt, mit einer Schlafbrille über den Augen und fetten Noise-Reduction-Kopfhörern auf den Ohren. Manchmal suche ich mir etwas aus dem Chillout-Programm, manchmal höre ich Klassik oder versuche, durch Yogaklänge eine innere Balance zu finden. Und manchmal muss es eben krachen.
Von den Kings of Leon hatte ich zwar schon gehört, auch dass sie bei den Brit Awards abgeräumt haben. Ihre Alben hatte ich mir allerdings noch nicht gezielt vorgenommen. Hätte man mich nach dem Titel eines ihrer Stücke gefragt, ich hätte passen müssen. Denn ich bin weiß Gott kein Musikjunky. Keiner, der kluge Sachen sagen kann wie “Zeppelinesk mit einem Einschlag von Secret Machine’s pulsierenden Synth/Base-Loops aus frühen Tagen”. Keiner, der die angesagtesten Bands schon gehört hat, bevor sie gegründet wurden. Und der nur lässig abwinkt, wenn sie dann einen größeren Bekanntheitsgrad erlangen.
Jetzt war also eine gute Gelegenheit, den Jungs aus Nashville mal genauer zuzuhören. Doch damit hatte ich nicht gerechnet: Was mich langsam in den Alphazustand rocken sollte, ließ mich mit den ersten Klängen hellwach aufhorchen. Der Opener Closer hat alle Zutaten einer Hymne. Der Schuss, der dich anfixt. Du willst mehr. Und die Kings of Leon liefern ab: Crawl, Sex On Fire, Use Somebody… Ein Knaller folgt dem nächsten.
Die Titel sind großartig aufeinander abgestimmt; sie putschen auf, lassen einen wieder ein wenig runterkommen, nur um dann noch einmal richtig durchzustarten. Only By The Night läuft seit Tagen bei mir auf Heavy Rotation. Ein Album, das süchtig macht. Hammeralbum halt.

Jo, das neue DM-Album habe ich auch, und dachte so gleich: Shit, was machen die denn? Wo sind denn die Hymnen geblieben? Nicole fährt auch voll auf “wrong” ab, ich fand den Song anfangs (und jetzt immer noch nicht) nicht gut, wie auch der Rest sehr gewöhnungsbedürftig war. Aber wie Bruder Gunnar schon anfänglich meinte: man müsse es nur 8x hören und dann kommts. Stimmt, mittlerweile finde ich die Scheibe gut, aber ein Hammeralbum? Nein. Mal sehen wie sie live sind, am 2. Juni sehe ich sie mir in HH an!
So long!
P.S.: zum Thema Untermieter: das ist ja wiederlich, für mich definitiv wieder ein Auszugsgrund! Und glaub bloß nicht, daß die nicht wiederkommen. Auf einen toten achtbeinigen Freund kommen 10 neue, verlaß Dich drauf. Und nimm besser richtige Waffen!
Moin Gerrit,
schön, von dir zu lesen. Und du hast Recht: Dirt von Alice in Chains gehört selbstverständlich in die Liga der Hammeralben, genau wie Iron Maidens Somewhere In Time und Powerslave. Up the Irons!
Schon interessant, dass viele grandiose Alben aus den 80ern und 90ern stammen. Ich glaube aber nicht, dass die Musik in den 80er- und 90er-Jahren grundsätzlich besser war. (Das Gleiche behauptet die Generation vor uns von den 60er- und 70er-Jahren.)
Ich denke, dass diese Wahrnehmung schlicht und ergreifend mit unserem Alter zu tun hat. Es war halt die Zeit, in der wir uns intensiv mit Musik beschäftigt haben. Und in der wir die Alben rauf und runter nudelten, bis wir die Texte auswendig kannten. Heute finden wir dazu kaum noch die Zeit. Und natürlich war auch damals viel Mist dabei. Ich erinnere nur an “Bands” wie Milli Vanilli, Sabrina (du mochtest sie und ihre beiden Freunde ;-)) oder Bros. Es gibt auch heute noch großartige Alben. Man mauss sie nur finden.
Ich habe mir die neue Depeche-Mode-CD Sounds for the Universe gekauft. Ein Hammersong: Wrong. Ansonsten ganz gut, man hört sich langsam rein. Aber definitiv kein Hammeralbum.
Viele Grüße, A.
Moin nach California!
Hammeralbum, hmh…, nun gut Geschmäcker sind ja bekanntlich verschieden. Früher deckte sich der unsrige ja ziemlich, wogegen er in der Folgezeit etwas auseinanderdriftete, sich zeitweilig wieder berührt, bei diesem Album aber verschieden ist. “heißer Scheiß” dachte ich allerdings ebenso als ich “sex on fire” bei MTV (ja, man höre und staune, bei MTV zeigen sie auch noch Musikvideos!!!!!) sah: sofort Album gekauft (Nicole findet’s auch geil!) – war danach aber enttäuscht, denn bis auf ebenselben Song, das Intro und irgendein Stück in der Mitte finde ich die Titel irgendwie quäkend, zäh, wenig druckvoll und eher so mittelmäßig melodiös. Kann man hören, Hammeralben hören sich bei mir aber anders an (Placebo/Meds, Soundgarden/Superunknown, Fields of the Nefilim/Elizium, Alice in chains/Dirt, Iron Maiden/Somewhere in time, The Chameleons/Script of the bridge, Interpol/Antics), wobei ich sagen muß (und das sieht man ja auch an obiger Aufzählung), daß ich mir in den letzten Jahren eher Alben gekauft habe (und nicht downgeloaded…), auf denen 3-4 geile Songs waren, der Rest aber eher durchwachsen. Hammeralben liegen schon etwas zurück. Insofern lieber Andi, Glückwunsch, Du hast mir was voraus, Du hast auch in dieser Zeit ein Album gefunden, daß Dich zu Boden brachte, Dein aktuelles Hammeralbum!!! ( Ach übrigens: ICH hatte ja schon eine Metallica-Platte, als kein Arsch sie kannte……)
Gut zu wissen, dann kann ich das bei meinem Flug ja auch mal hören.
Heute ist Ostersonnabend, ich werde heute Abend mit deiner Schwester und deinen Eltern grillen. Osterfeuer werden wir nicht besuchen. Ich bin mal gespannt, ob es auch in CA Osterfeuer gibt. Denke ja nicht. Aber wer weiß, bei der europäischen Community.
Weißt du, was ich vermissen werde: das Ostereier suchen! Fahr doch mal zu Target und kauf dir ein paar Lindt-Eier. Vielleicht kannst du mit Susan suchen und sie in diese Tradition einweihen.
Wir denken an dich und wünschen dir ein schönes Osterwochenende.